25 Jahre Steuerberaterkammer Sachsen

23.06.2016 | Pressemitteilungen, 2016

Leipzig/Dresden, 23. Juni 2016. Sachsens Steuerberater feiern am Freitag, den 24.06.2016, das 25-jährige Bestehen ihres Berufsstands und ihrer Berufsorganisation. Seit Gründung der Steuerberaterkammer im Jahr 1991 ist die Mitgliederzahl von 600 auf 2.772 gestiegen.

Die Anfänge
Es waren einige Hürden bis zum Entstehen einer Steuerberaterkammer für den gesamten Freistaat zu überwinden. Aufgrund der Verordnung des DDR-Ministerrates über die Hilfeleistung in Steuersachen entstanden am 5. Oktober 1990 in den ehemaligen Bezirken Dresden, Chemnitz und Leipzig lokale Standesvertretungen. Nach etlichen Gesprächen wurde schließlich am 17. April 1991 beschlossen, die Vertretungen in den einzelnen Bezirken zur Steuerberaterkammer des Freistaates Sachsen zusammenzulegen. Die Gründung der Kammer mit Geschäftsstelle in Leipzig erfolgte an jenem Tag im Filmtheater auf der Prager Straße in der sächsischen Landeshauptstadt. Steuerberater Dr. Winfried Becker wurde zum ersten Präsidenten der Kammer gewählt, die heutige Präsidentin, Steffi Müller, übernahm für rund ein Jahr das Amt der Geschäftsführerin.

Nachwuchsgewinnung bis heute wichtige Aufgabe
„Schon in den stürmischen Zeiten der Nachwendeära waren wir für unsere Kollegen ein Fels in der Brandung. Wir haben unsere Mitglieder beispielsweise bei der Suche und Ausbildung von Mitarbeitern unterstützt, denn viele haben bei null angefangen“, erinnert sich Steffi Müller. Bis heute haben in Sachsen rund 12.600 Absolventen die Steuerfachangestelltenprüfung (frühere Bezeichnung: „Steuerfachgehilfe“) abgeschlossen, davon waren fast 7.000 Umschüler. Die Fachkräftegewinnung, insbesondere für die Steuerfachangestelltenausbildung, wird auch weiterhin ein Ziel der Steuerberaterkammer Sachsen bleiben. Hierzu wurde bereits 2014 mit „Steuer deine Karriere“ eine Nachwuchskampagne gestartet. „Der Beruf ist familienfreundlich, abwechslungsreich und man hat viel mit Menschen zu tun“, sagt die Kammerpräsidentin. Für eine Ausbildung bei einem Steuerberater spricht auch, dass der Beruf zukunftssicher ist. „90 Prozent der Auszubildenden erhalten nach ihrem Abschluss sofort einen Job, der Rest schließt oft ein Hochschulstudium an. Soweit ich weiß, gibt es in Sachsen so gut wie keine arbeitslosen Steuerfachangestellten und bei Steuerberatern herrscht sowieso Vollbeschäftigung“, erklärt Müller. Außerdem biete die Ausbildung die Möglichkeit, auch ohne Studienabschluss Steuerberater zu werden.

Gesetzliche Aufgaben sind gewachsen
Damals wie heute gehören die gesetzlich vorgegeben Aufgaben zu den wesentlichen Pflichten der Steuerberaterkammer Sachsen. Dazu zählen unter anderem die Führung des Berufsregisters und die Schlichtung von Streitigkeiten. „Außerdem überwachen wir die Erfüllung der Berufspflichten unserer Mitglieder, z. B. dass selbstständige Steuerberater über eine ausreichende Berufshaftpflichtversicherung verfügen. Des Weiteren erstellen wir Gutachten für Gerichte sowie Behörden des Freistaates Sachsen“, so Präsidentin Müller. In den vergangenen Jahren hat die Steuerberaterkammer Sachsen weitere gesetzliche Aufgaben übernommen. Ein wesentlicher Meilenstein ist die Bestellung von Steuerberatern, die seit 2001 von der Kammer vorgenommen wird. Das Steuerberaterexamen ist jedoch weiterhin staatlich, auch wenn seit 2009 die Steuerberaterkammer für die Prüfungsorganisation zuständig ist“, sagt Steffi Müller und fügt hinzu: „Alles in allem bedeutet dies eine Stärkung der Selbstverwaltung. Unser Motto lautet deshalb auch in Zukunft: Unser Berufsstand entscheidet selbst, bezahlt es selbst und macht es selbst.“

Sächsische Wirtschaft braucht Steuerberater
Neben den gesetzlichen Aufgaben und der Interessenvertretung gegenüber Politik und Medien bietet die Steuerberaterkammer Sachsen ihren Mitgliedern eine Vielzahl an Dienstleistungen. Dazu gehören beispielsweise die rund 120 Weiterbildungsveranstaltungen, die die Kammer jährlich organisiert. „Wir wollen damit die qualitativ hochwertige Arbeit der sächsischen Steuerberater fördern. In der Steuerberatung müssen wir eben immer auf dem neuesten Stand sein, um unsere Mandanten optimal beraten zu können“, hebt Steffi Müller hervor. Davon profitiere auch die sächsische Wirtschaft. Schließlich könne kaum ein kleines oder mittelständisches Unternehmen noch auf steuer- und betriebswirtschaftliche Beratung verzichten. „Eine Firma ohne einen kompetenten Steuerberater ist vergleichbar mit einem Kreuzfahrtschiff, das auf dem offenen Ozean völlig allein, ohne Lotse und GPS unterwegs ist“, erklärt die Kammerpräsidentin. Gleiches gelte für diejenigen, die erst den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen: Ohne das Know-how eines Steuerberaters würden viele Existenzgründer den risikoreichen Start finanziell nicht überstehen.

Steuerberater der Zukunft
Das Tätigkeits- und Kompetenzspektrum von Steuerberatern ist über die Jahre gewachsen. Erledigten Steuerberater früher fast ausschließlich die Buchhaltung, Lohnabrechnungen und Steuererklärungen, so sind im Laufe der Jahre viele weitere Aufgaben hinzugekommen. Dazu zählen beispielsweise die Fördermittelberatung, die Vorbereitung von Bankgesprächen, betriebswirtschaftliche Beratungen, Unternehmensbewertungen oder die Vorsorge- und Nachfolgeberatung. „Steuerberater haben sich zu ganzheitlichen Experten für finanzielle Fragen entwickelt“, fasst Steffi Müller zusammen. Ihre und die Arbeitsweise ihrer Kollegen haben sich inzwischen merklich verändert. In etlichen Kanzleien wird inzwischen größtenteils papierlos gearbeitet. Immer mehr Daten zwischen Behörden, Mandanten und Steuerberatern werden elektronisch ausgetauscht. Die Arbeit liegt zunehmend in der digitalen Wolke, seltener in Papierform auf dem Schreibtisch. „Viele Tätigkeiten in der Steuerkanzlei erfolgen derzeit trotz Softwareeinsatz immer noch manuell. Beispielsweise müssen Buchhaltungsbelege durch einen Mitarbeiter am PC eingegeben werden. Die zunehmende Digitalisierung wird aber dazu führen, dass auch in unserer Branche solche Tätigkeiten allmählich automatisiert werden. Entwicklungen wie die elektronische Rechnung begünstigen diesen Trend“, blickt Müller voraus und ergänzt: „Als Steuerberaterkammer Sachsen wollen wir unsere Mitglieder dabei unterstützen, die Potentiale der Digitalisierung zu nutzen. Die sich daraus ergebende Zeitersparnis gibt Steuerkanzleien die Chance, neue Geschäftsfelder zu erschließen.“

Steuerberater bleiben abhängig von Politik und Verwaltung
Die Arbeit der Steuerberater ist seit jeher abhängig von der Gesetzgebung, Verwaltungsanweisungen und gerichtlichen Entscheidungen. „Daran wird sich für unseren Berufsstand nichts ändern. So sehr sich die Bevölkerung und die Steuerberater umfangreiche Steuervereinfachungen wünschen, es bleibt fraglich, ob in den nächsten Jahren der große Wurf gelingt. Der Dschungel an steuerrechtlichen Änderungen und Verordnungen wird vermutlich eher dichter, als lichter“, sagt Steffi Müller.

Jubiläumsfeierlichkeiten und 30. Kammerversammlung
Zu ihrer Jubiläumsfeier anlässlich des 25-jährigen Bestehens kehrt die Steuerberaterkammer Sachsen an den Ort ihrer Gründung nach Dresden zurück. Am 24. Juni 2016 beginnt um 12:30 Uhr zunächst die 30. Kammerversammlung. Hier tauschen sich Sachsens Steuerberater zu berufspolitischen Themen aus, u. a. zu aktuellen Gesetzgebungsverfahren, zur Nachwuchsgewinnung und zur Digitalisierung der Arbeit. Im Anschluss an die Versammlung tritt die Fußballmannschaft der Steuerberater gegen die Auswahl der Finanzverwaltung an. Es ist das erste Fußballspiel in der Geschichte der Kammer. Am Spielfeldrand werden zahlreiche Steuerberater und ihre Familienangehörigen für Stimmung sorgen. Die ca. 400 Gäste erwartet außerdem eine Kirmes mit Jahrmarktständen, Lasershow, Band u. v. m. „Wir haben die Feierlichkeiten als Fest für unsere Mitglieder geplant. Damit wollen wir uns in lockerer Atmosphäre auch bei all denjenigen bedanken, die sich bei der Kammer ehrenamtlich engagiert haben und es teilweise weiterhin tun“, erklärt Steffi Müller abschließend den Hintergrund der Veranstaltung.

Sachsens Steuerberaterkammer in Zahlen:

Anzahl Mitglieder (Stand: 22.06.2016): 2.772
Anzahl Mitglieder bei Gründung (1991):600
Anzahl Mitglieder insgesamt seit Gründung: 4.280
Anzahl der in Sachsen bestellten Steuerberater seit Gründung:1.873
Absolventenanzahl der Steuerfachangestelltenausbildung seit Gründung: 12.600
Anzahl Umschulungen seit Gründung:6.968
Anzahl der gegenwärtig ehrenamtlich Tätigen:140
Anzahl Mitarbeiter der Geschäftsstelle:17
Anzahl der Vorstandssitzungen seit Gründung: 170
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Pressemitteilung von: SBK Sachsen

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Klaudia Deuchert

Klaudia Deuchert
Referentin PR & strategische Organisationsentwicklung