23.03.2021 | 2021, Meldungen

Corona-Pandemie – Testpflicht auch für Steuerberater und ihre Mitarbeiter

Nach der seit dem 8. März gültigen Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates Sachsen sind alle Beschäftigten und Selbständigen mit direktem Kundenkontakt verpflichtet, einmal wöchentlich eine Testung auf das Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 vorzunehmen oder vornehmen zu lassen. Die Tests sind vom Arbeitgeber für den Arbeitnehmer kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Kundenkontakt bedeutet dabei den unmittelbaren physischen Kontakt beziehungsweise Kontakt mit tatsächlich persönlicher Begegnung bei der Ausübung beruflicher Tätigkeiten.

Zusätzlich sind Arbeitgeber verpflichtet, ihren Beschäftigten, die an ihrem Arbeitsplatz präsent sind, ein Angebot zur Durchführung eines kostenlosen Selbsttests mindestens einmal pro Woche zu unterbreiten.

Aufgrund zahlreicher Anfragen aus der Mitgliedschaft hatten sich die Steuerberaterkammer Sachsen an das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS) gewandt und um Auskunft gebeten, ob und in welchem Umfang diese Pflichten für Steuerberater und ihre Mitarbeiter gelten sollen. Das SMS hat sich in seiner jetzt vorliegenden Antwort darauf beschränkt, auf die bestehenden Informationsangebote der Staatsregierung auf der Internetseite www.coronavirus.sachsen.de hinzuweisen.

Nach dem Verständnis der Steuerberaterkammer Sachsen gilt die mindestens wöchentliche Testpflicht für Selbständige und Beschäftigte auch für die Mitarbeiter bzw. Inhaber von Steuerberatungskanzleien, soweit dort regelmäßig Mandanten zur Übernahme von Daten und Unterlagen oder zu Beratungsgesprächen empfangen werden. Verpflichtete sind dabei nicht die Arbeitgeber, sondern die Beschäftigten selbst. Kanzleiinhaber müssen für ihre Mitarbeiter zwar die Kosten für die notwendigen Tests übernehmen, sofern denn tatsächlich solche Kosten anfallen. Es trifft sie aber keine Verpflichtung, die Testpflicht der Beschäftigten nach der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung zu kontrollieren oder zu deren Einhaltung zu verpflichten. Es besteht daher auch keine Verpflichtung zur Überwachung und Dokumentation der Testergebnisse der Beschäftigten im Rahmen der Testung.

Daneben müssen Kanzleiinhaber ihren Mitarbeitern, die in der Kanzlei präsent, das heißt mindestens einen Tag in der Woche physisch anwesend sind, einmal in der Woche die Möglichkeit eines Selbsttests anbieten. Die hierfür notwendigen Test-Kits müssen vom Kanzleiinhaber auf eigene Kosten auf dem freien Markt angeschafft werden. Auch hier gibt es keine Verpflichtung des Kanzleiinhabers, die Testung zu kontrollieren und die Testergebnisse der Mitarbeiter zu dokumentieren.

Weitere Informationen:

Testangebote und Testpflichten in Sachsen
Häufig gestellte Fragen zu Coronatests