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Seminare & Workshops

Modernisierung der Körperschaftsteuer


05.11.2021   
09:00 ‐ 12:30 Uhr
Web-Seminar: Online über Registrierungslink verfügbar 150 €

Referent: Friedbert Lang

Steuerberater, Diplom-Finanzwirt


Seminarinhalt

Mit dem Körperschaftsteuermodernisierungsgesetz (KöMoG), das Bundestag und Bundesrat im Mai und Juni 2021 verabschiedet haben, hat der Gesetzgeber nach langen Jahren wieder einmal eine größere Unternehmenssteuerreform in Angriff genommen. Hauptaspekt dieses Gesetzes ist ein Wahlrecht für Personengesellschaften, sich wie Körperschaften besteuern zu lassen. Damit soll eine gewisse Rechtsformneutralität der Besteuerung von Unternehmen erreicht werden.

Dieses begrüßenswerte Ziel geht allerdings mit zahlreichen Zweifelsfragen und Praxisproblemen einher, mit denen sich Steuerberaterinnen und Steuerberater unabhängig vom Grad ihrer Begeisterung über diese Reform umfassend beschäftigen müssen (schließlich wurde ein vergleichbares Wahlrecht vor 20 Jahren vom Bundesrat noch als „Bürokratiemonster“ abgelehnt!). Noch im Herbst 2021 muss dabei mit und für den/die Mandanten entschieden werden, ob die Optionsmöglichkeit des neuen § 1a KStG für 2022 in Anspruch genommen werden soll. Dabei gilt es, die Vor- und Nachteile der Option gegeneinander abzuwägen. Ist die Option wirklich „das Beste aus zwei Welten“, wie sie in der Literatur bereits bezeichnet wurde? Klar ist jedenfalls, dass Standardthemen des Personengesellschaftsrechts wie Sonderbetriebsvermögen, Ergänzungsbilanzen und Kapitalkontenstruktur bei Ausübung der Option Mühe machen werden.

Im Web-Seminar werden die gesetzlichen Grundlagen der Neuregelung umfassend dargestellt und es werden auch auf die zahlreichen Zweifels- und Gestaltungsfragen beim Weg in und aus der Option eingegangen.

Neben der Option in das Körperschaftsteuerrecht für Personengesellschaften bringt das KöMoG auch Neuerungen bei der Organschaft mit sich (Einlagelösung statt organschaftlicher Ausgleichsposten), die nicht unerhebliche Übergangsprobleme mit sich bringen. Außerdem wurde eine – sehr sinnvolle – Neuregelung zur Abzugsfähigkeit von Währungsverlusten bei grenzüberschreitenden Darlehen geschaffen, bei der sich die Praktikerin/der Praktiker allerdings fragt, warum diese nicht auch für die Vergangenheit gelten soll.

Seminarinhalte

Teil 1. Die Option für Personengesellschaften zur Körperschaftsteuer

1. Überblick über die gesetzliche Regelung in § 1a KStG

2. Für wen ist die Option möglich?

3. Der Weg in die Körperschaftsteuerpflicht

  • Verfahrens- und Zeitfragen zum Antrag

  • Antrag = fiktive Umwandlung nach § 20 UmwStG: UmwSt-Kenntnisse sind gefragt!

  • Problemfälle Sonderbetriebsvermögen, Ergänzungsbilanzen und Kapitalkontenstruktur

4. Die Folgen einer Option

  • Laufende Besteuerung der Gesellschaft
  • Laufende Besteuerung der Gesellschafter
  • Organschaftsfragen
  • Erbschaft- und Grunderwerbsteuer

5. Die Rückoption: Der Weg zurück ist steinig!

  • Es gelten die §§ 3 ff. UmwStG: Das geht nicht ohne Steuerbelastung ab!
  • Zwangsweise Rückoptionsfälle

6. Veräußerung und Erwerb des Anteils an einer optierenden Gesellschaft

  • Veräußerung von Anteilen
  • Erwerb von Anteilen an einer optierenden Gesellschaft: Der Käufer guckt in die Röhre!

7. Tatsächliche Umwandlung einer optierenden Gesellschaft: Neue Fragen!

8. Der internationale Blick (neuer Treaty Override)

9. Vergleich zwischen § 34a EStG und § 1a KStG


Teil 2. Weitere Änderungen durch das KöMoG

1. Die neue Einlagelösung für organschaftliche Mehr- und Minderabführungen: Einfacher wird es nicht!

2. Währungsverluste bei Gesellschafterdarlehen (§ 8b Abs. 3 KStG)

  • Hintergrund und bisherige (unbefriedigende) Verwaltungsauffassung
  • Die neue gesetzliche Regelung ab 2022

  • Handlungsempfehlungen

3. Teil-Globalisierung des Umwandlungssteuerrechts: Nur teilweise hilfreich!

4. Verlängerung der Investitionsfristen in § 6b EStG und § 7g EStG